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Mittwoch, 1. März 2017

Interkulturelle Kompetenz: Zwei wirkliche gute Erkenntnisse um Fremde besser zu verstehen

Fremdheit gehört zum Leben. Doch Fremdheitsgefühle sind unterschiedlich ausgeprägt. Ich stelle Ihnen zwei wichtige Erkenntnisse vor.  So verstehen  Sie Fremde besser.
Warum finden die Einen etwas fremd und die Anderen nicht?
Dafür gibt es eine einfache Erklärung.
UNBEKANNTES IST MIR FREMD!
Das klingt sehr einfach, da steckt jedoch mehr dahinter als vermutet. Ich selbst habe es erlebt.Suchend nach den Straßennamen haste ich an einem Montag zwischen Häusern hindurch und engen Gassen entlang. Mein Handy hilft mir nicht. Der Akku ist vom stundenlangen Suchen leer. Meine innere Unruhe navigiert mich zu schrecklichen und furchtsamen Gedanken. Verdammt, wann bin ich endlich da? Ich bin unzuverlässig! Abwertende Augen starren auf mich, so eine Blamage. Mein Herz schlägt aufgeregt.
Der Blick auf die Uhr sagt: 45 Minuten zu spät. Es beginnt! Hilfe, ich bin zu spät. Ich renne weiter und verirre mich zwischen den Straßen. Keine Menschenseele in der Nähe. Hier muss es sein! Verzweifelt und mit Tränen in den Augen entdecke ich eine ältere Frau und frage. Sie hebt die Schultern und ... schlurfte weiter. Der Schweiß läuft mir den Rücken herunter. Endlich entdecke ich erleichtert lächelnd die gesuchte Zahl auf einer Toreinfahrt. Geschafft: Das internationale Meeting habe ich mit einer riesigen Verspätung erreicht. Ich durchkämmte das Zentrum von Paris und kannte nur ein einziges französisches Wort: „Merci“.
FREMD KANN UNS EINE UNBEKANNTE PERSON, EINE UNENTDECKTE STADT, EIN GROSSES WALDGEBIET, DAS MEER ODER EINE GEGENSÄTZLICHE MEINUNG SEIN.
Fremd hat einen Bruder, und der nennt sich Angst. Beide weichen nicht von unserer Seite, bleiben zusammen und begleiten uns auf Schritt und Tritt.
Sie verabschieden sich erst, wenn wir bekanntes Terrain betreten. Sie fliehen beim Anblick von Sicherheit.
Doch Vorsicht, beide verstecken sich hinter Häusern, Bäumen, Sträucher, unter Betten oder in Zimmern. Passen wir nicht auf, haften sie sich blitzschnell wieder an unsere Fersen. Unbekanntes, Anonymes, Namenloses ziehen sie magisch an.

DIESE ZWEI WIRKLICH GUTE ERKENNTNISSE ÜBER FREMDE HELFEN WEITER

  1. Die Fremdheit ist keine feste Eigenschaft, sie setzt immer einen Anderen oder ein Anderes voraus. 
Will Fremdheit überleben, benötigt sie unvertrautes, unbekanntes Gebiet. Alltägliches interessiert sie nicht. Sie giert nach Neuem, nach Abenteuern und Ereignissen, und das ist gut so.
  1. Fremdheit existiert nur durch den Blick des Betrachters.
Habe ich Angst, so gehört sie mir und nicht meinem Nachbarn. Vielleicht kennt er das mir unbekannte Stückchen Wald. Selbstsicher und fröhlich spaziert er zwischen den Bäumen, während die Furcht mich zum Zittern treibt und Schweißausbrüche erzeugt. Ich bin die Beute der Angst und Fremdheit und nicht er.
JEDES MAL, WENN WIR ETWAS ALS „FREMD“ BEZEICHNEN, BEINHALTET DIES AUTOMATISCHE EINE AUSSAGE ÜBER DAS EIGENE, ALSO ÜBER UNS. 
Wenige Menschen sind sich bewusst: Wenn sie jemanden als „fremd“ bezeichnen oder empfinden, offenbaren sie gleichzeitig etwas über sich selbst und ihre Beziehung zum „Fremden“ .
FAZIT: Fremdheit stellt ein lösbares persönliches Defizit dar. Das Defizit sollte wissbegierig auf Neues und Unbekanntes machen. Das Fremde in kleinen Schritten zu erkunden mildert das ungute Gefühl. Und jede Bewegung nach vorn fördert das eigene Vertrauen. Wir sind mutiger und glauben an unsere Fähigkeiten. So wird die gewünschte Sicherheit erzielt.

Sonntag, 12. April 2015

Weg 1 zur interkulturellen Kompetenz: Hören Sie auf, Fremdes abzulehnen und zu verleugnen

Wenn Sie keinen persönlichen Kontakt zu Menschen aus fremden Kulturen haben und Ihnen interkulturelle Erfahrungen fehlen oder meinen, solche Kontakte brauche ich nicht.




Wenn Sie Kulturfremdes generell ablehnen und Ihre Gefühle sagen: Sei vorsichtig und gehe lieber auf Nummer sicher und halte Abstand zu Unbekannten.

Wenn Sie Ihr Wissen von Freunden, Verwandten und Bekannten oder aus der Zeitung, Fernsehen und Internet haben.

Wenn Sie andere Glaubensrichtungen und fremde Religionen ablehnen oder diesen kritisch gegenüberstehen.

Wenn Sie Speisen und Getränke aus fremden Ländern nicht mögen und noch nie probiert haben.

Treffen einige Aussagen auf Sie zu, dann gehören Sie zu den harten Kulturegoisten

Diese leugnen kulturelle Unterschiede oder bewerten sie negativ. Nur ihre eigene Kultur zählt als „zivilisierte Hochkultur“.  Abweichungen davon sind „unnormal“, „krankhaft“. Emotional wird Fremden gegenüber Misstrauen, Ablehnung, Abscheu manchmal auch Ekel empfunden.  Neigung zur Diskriminierung und Gewaltanwendung könnte bestehen.

Gehen  Sie  Weg Nr. 1 

Was sagt die Wissenschaft?

Gemäß Bennett (2004) durchläuft ein Mensch verschiedene Phasen zur Entwicklung der interkulturellen Kompetenz. Der harte Kulturegoist befindet sich in der 1. Phase: Ablehnung & Verleugnung. Seine  kulturbezogene Handlungen können lediglich die eigene Kultur betreffen, da Sie sich ausschließlich im kultureigenen Umfeld sich aufhalten. Benett bezeichnet diese Phase der Erfahrung im Entwicklungsprozess der interkulturellen Kompetenz als extremste Form des Ethnozentrismus. Hierbei wird die Existenz anderer Kulturen abgelehnt und verleugnet. Die Wahrnehmung für fremde Kulturen und kulturelle Unterschiede ist in dieser Phase nicht vorhanden. Wobei die eigene Kultur und deren Merkmale wie das Verhalten, Werte und Sichtweisen, als die einzig wahre und der Wirklichkeit entsprechende Kultur aufgefasst wird.

Gehen Sie den ersten Weg und hören Sie auf,  Fremdes abzulehnen und zu verleugnen.

Das kann geschehen, indem Sie nicht auf  „Secondhand- Aussagen“ hören und die damit zusammenhängenden Urteile vermeiden. Es geht sehr schnell Entscheidungen zu treffen oder falsche Behauptungen zu äußern und die Gefahr besteht, dass ohne solide Grundlagen Unwahres oder Unwirkliches als wahr angesehen wird.

Folgende Schritte 

Hören Sie nicht auf fremde Meinungen, Äußerungen, Einschätzungen oder Informationen, die sind oftmals falsch und unvollständig, überprüfen Sie diese. 

Sammeln Sie eigene Erfahrungen und bilden Sie sich ein eigenes Urteil. 

Gehen Sie kleine Schritte in der Kontaktaufnahme mit Kulturfremden. Das kann ein freundliches Grüßen auf der Straße oder im Wohnhaus sein.

Probieren Sie fremdartige Speisen einfach mal aus. Kaufen Sie im Supermarkt unbekannte Speisen, Lebensmittel, Getränke und probieren Sie fremdartige Rezepte aus.

Bilden Sie sich danach ein Urteil.Sprechen Sie den ausländische Nachbarn oder Kollegen mit den Namen an und suchen Sie nach Gemeinsamkeiten. Sie werden bestimmt einige Berührungspunkte finden.

Lernen Sie eine andere Sprache, das können Worte wie: Bitte, Danke, Guten Tag, Entschuldigung, auf Wiedersehen sein.

Wenden Sie das Gelernte an und achten Sie auf die Wirkung der anderen Person.

Danach können Sie sich auf den 2. Weg zur Interkulturellen Kompetenz begeben.
Weg 2 zur interkulturellen Kompetenz und Vernetzung
Weg 3 zur interkulturellen Kompetenz und Vernetzung
Weg 4 zur interkulturellen Kompetenz und Vernetzung
Weg 5 zur interkulturellen Kompetenz und Vernetzung

Freitag, 12. Dezember 2014

Auf dem Weg zur Interkulturellen Kompetenz - weitere mögliche Gefahren und helfende Gegenmittel

Das gespaltene Tor gehört zu einen hinduistischen Tempel und verdeutlicht, dass alle Erscheinungen des Lebens auf Gegensätze beruhen und nichts Einzelnes wirklich vollkommen ist.

Auf dem Weg zur Interkulturellen Kompetenz erfährst du auf verschiedenen Stufen Widerstände. Dazu gibt es weitere differenzierte Gegenmittel, die ich dir vorstelle.

4. Gefahr: Widerstandes
Gegenmittel: Positive Wahrnehmung

Bei der Begegnung mit fremden Kulturen kannst du trotz Freundlichkeit und Entgegenkommen abgelehnt und abgegrenzt werden. Diese Reaktion kommt dir wie ein Angriff oder eine  Beleidung vor. Und nun entsteht in dir eine Gegenwirkung, der sich als Widerstand zeigen kann. Diese Zurückweisung tut weh und das kann ein AUS für weitere Versuche sein. 
Getraust du dir den Gegenwind zu überwinden, spürst du nach und nach, dass es Spaß macht von anderen zu lernen, Neues zu erfahren und du kannst zunehmend mehr verstehen. Die gehäuften  Kontakte mit Menschen aus anderen Kulturen ermöglichen dir verschiedene und positive Eindrücke. Schnell erkennst du, dass beginnende Wissen über andere Kulturen, über die Bedeutung des Ramadan, Tet-Fest oder des Chanukka neugierig machen.


5. Gefahr: Fehlende Unterstützung
Gegenmittel: Aneignung


Jetzt musst du dran bleiben und musst  allein klar kommen.

Verglichen mit dem Erlernen des Radfahrens werden deine Strecken länger  und abwechslungsreicher. Du probierst verschiedene Techniken, fährst mal schnell oder langsamer, mal einen Berg hinauf oder einen Abhang hinunter.

Die zunehmende Kontakte und das Kennenlernen von fremden Menschen entweder im Büro, auf der Straße, zu Veranstaltungen und in den Familien bewirken ein wachsendes Verständnis, erzeugen zunehmende Kompetenz und führen zu erfreulichen Erfahrungen.

Langsam  verinnerlichst du deine Erfahrungen  und das Tollste daran ist, dass genau diese angeeigneten Fähigkeiten bleiben.

6. Gefahr: Ungewissheit
Gegenmittel: Verinnerlichung

Durch Üben und Probieren kombiniert mit deinen Erfahrungen kannst du nun Rad fahren oder bewusst mit Menschen aus anderen Kulturen umgehen.

Die Gefahr der  Ungewissheit kann niemals ganz überwunden werden. Ungekannte Radwege oder unbekannte Menschen oder Situationen wird es immer geben.

Die zunehmende Gewissheit kommt, wenn du dich regelmäßig auf das Fahrrad setzt oder bei interkulturellen Begegnungen die Kontakte pflegst und neue Erfahrungen machst.



Sei neugierig und überwinde die Grenzen und erkenne die Gefahren und nutze die Gegenmittel.





Foto:Antonie

Weitere Beiträge:
So jetzt werde ich mal schnell interkulturell kompetent.
Was-bedeutet interkulturell kompetent?




Freitag, 21. November 2014

Kennst du deine eigenen interkulturellen Grenzen ?

Gibt es innere Grenzen und wie gehen wir konkret damit um? 
Eine lukrative Frage für interkulturelle Begegnung. 


Fast jeder hat in seinen Leben irgendwann einmal gehört:
„Bis hierher und nicht weiter.“
„Du hast meine Grenze überschritten.“
„Da mache ich nicht mit, hier ist Schluss.“

Das sind eindeutig erkennbare oftmals unüberwindbare Mauern, ja   sogar mit Stacheldraht oder engmaschige Gitterzäune oder sehr hohe grüne Hecken. Aufmerksames Beobachten lässt erkennen, dass einige Grenzen zusätzlich mit überwachenden Kameras im Körperinnern ausgerüstet sind. 
Wie sieht deine persönliche Grenze aus? 

Sind es hohe Mauern, durchlässige Zäune oder ein Maschendrahtzaun?


Doch was passiert, wenn innere Grenzen verletzt, überschritten oder von anderen  nicht erkannt werden?
Hast du schon einmal erlebt, dass jemand deine Grenzen überschritten hat? 

- sei es durch Unachtsamkeit oder durch unfaires oder unangemessenes Verhalten
- oder einfach nur, weil dir jemand körperlich zu Nahe gekommen ist, ohne dass du es wolltest.

Die individuellen Grenzen sind  eindeutig von unsere Kultur prägt. Ungefähr eine Armlänge Abstand zwischen zwei Menschen steht in
Deutschland für eine angenehme Nähe oder Distanz.

In anderen Kulturen sind diese Abstände näher oder entfernter. Das gefährliche ist, dass diese weder durch einen sichtbaren Zaun oder eine Mauer erkennbar sind. Sie sind spürbar und ehrlich, wer von uns hat die Fähigkeiten eines Spürhundes. Bei Überschreitung jedoch spüren wir entweder eine erdrückende Einengung oder eine arrogante Entfernung.

Eine unsichtbare Grenzüberwindung  bedeutet allerdings, dass unser persönliches Hoheitsgebiet zu verletzt wird und wer will das schon? Irgendwo müssten dann Grenzsoldaten kommen und uns schützen. Die gibt es aber nicht! Also hinterlässt eine Grenzverletzung durch eine andere Person ein unangenehmes Gefühl oder sogar eine tiefere Verletzung, die nicht zu schnell zu vergessen ist. 

Und wir allein bestimmen innerhalb unseres  Territoriums, was erlaubt ist oder nicht erlaubt ist. Sobald jemand unsere Grenzen verbal oder körperlich überschreitet, merken und fühlen wir das sehr direkt und sehr deutlich. Weil wir dann unangenehm berührt sind, uns ärgern oder einfach nur in Stress geraten.

Wer keine Grenzen kennt überschreitet sie.

Erforsche dich selbst:
Wo sind die eigenen Grenzen?
Wo stehen die Verbotsschilder?
An welcher Stelle können durchlässig werden?



Was es noch Kulturgrenzen auf sich hat, erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

Fotos: Antonie

Weitere Beiträge:
Was bedeutet interkulturell kompetent?


Freitag, 29. August 2014

Haben wir einfach Angst das Falsche zu tun?



Alles was uns fremd ist, empfinden wir als Angst oder manchmal sogar als Bedrohung.

Unzählige derartige  Situationen finden wir in jeder Stadt. Menschen begegnen sich auf der Straße, im Restaurant, im Büro, im Treppenflur sowie im Museum oder Konzert. Es begegnen sich zwei fremde Personen aus unterschiedlichen Kulturen, die sich nicht  trauen,  den anderen anzusprechen oder anzuschauen. Zwei chinesische Menschen, die sich nicht kennen, werden sich  natürlich auch nicht sofort sich umarmen. Jedoch fördert die gleiche Sprache, Kulturerfahrung den schnellen Kontakt.  Steht ein deutscher Mann neben einer syrischen Frau mit Kopftuch herrscht zunächst eine natürliche Zurückhaltung oder teilweise innere Ablehnung.  





Wie auf dem Foto: 

Das Kamel versteht sein Gegenüber nicht und der Mensch hat keine Ahnung über das Leben des Kamels.





Verschiedenheit fördert zunächst Fremdheit und Ängste. Das liegt daran, dass Unbekanntes ein komisches Gefühl hinterlässt. Unterschiedliches Aussehen, unbekannte Sprache, anderer Geschmack und fremder Geruch machen unsicher und können zur Verständnislosigkeit oder zum Entsetzen führen. 
Wir haben einfach  Angst das Falsche zu tun.

Wir wollen unseren Gegenüber nicht enttäuschen, verletzen oder verärgern. Oftmals fehlt das Selbstvertrauen sich den Fremden zu öffnen. 


Mach Du einfach den ersten Schritt und Du wirst erleben, dass Deine Bedenken unbegründet sind.

InspirationLeben - Sei im Kopf klar und achte auf deine Gedanken

Achte darauf worüber du nachdenkst, denn es beeinflusst dein Wohlergehen. Schlechte Gedanken verpesten das Leben. Sie erzeugen, dass du unzu...