Montag, 18. Juni 2018

3 Gründe keine Angst vor Menschen aus anderen Kulturen zu haben


Die meisten Menschen haben Angst vor Menschen, die anders aussehen. Männer mit Turban oder Kippa, der Kopfbedeckung jüdischer Männer verunsichern. Frauen mit Kopftuch oder dunkler Hautfarbe werden links liegen gelassen.
Denen gehe ich lieber aus dem Weg, die „kenn` ich nicht!“

Fördert Fremdheit die Angst

Gerade  das Fremde rüttelt heftig an der „normalen“ und gewohnten Sicht. Fest gemauerte Gedanken über den Anderen, eigens aufgestellte Schranken oder fade Ignoranz vermeiden ein Zusammentreffen.
Mein erstes Mal: Ich erinnere mich,  als ich zum ersten Mal Nils, einem Afrikaner begegnen sollte. Bei 30 Grad Hitze trug ich ein  Blumenkleidchen und stand wartend am Ende des Bahnsteigs, um ihn abzuholen. Laufend überlegte ich, wie ich ihn ansprechen solle. Und ganz ehrlich, ich hatte Angst davor. Erkenne ich ihn? Versteht er Deutsch oder Englisch? Was mache ich, wenn er nichts sagt? Und JA,  ich  hatte mächtige Angst!
Ein Afrikaner mit einer dicken Mütze stieg aus dem Zug. Wie versteinert beobachtete ich ihn, wie eine Katze die auf eine Maus lauert. Ja, das muss er sein!  Zum ersten Mal sah ich einen andersfarbigen Mann und war  sprachlos.
Und dann folgte ein gegenseitiges HALLO. Schnell war das Eis gebrochen und ich erfuhr, dass er in Deutschland friert und deshalb warme Sachen benötigt. Schnell bemerkte ich: Meine ängstlichen Überlegungen waren unnötig.
Es  gibt gute Gründe, warum wir keine Angst vor Kulturfremden  haben sollten. Allein drei davon sollten wir uns merken:

Grund 1: Wachstum

Es gibt Menschen, denen steht die Angst ins Gesicht geschrieben, wenn sie Fremde sehen.  Sie denken: jetzt werde ich  kritisiert oder ausgelacht. Sie befürchten wie ich, sprachlos zu sein. Doch  nach der ersten Hürden erkennen wir: Gar nicht so schwer!
Die Kulturunterschiede erweisen sich als Neuigkeiten. Nutzen wir den Kontakt als Erfahrung, wachsen wir persönlich.  Wie das geht?
Andere Ansichten erweitern unseren Horizont. Und klar ist: Bei jeden Mal wird es leichter, und dann wird es zur Selbstverständlichkeit.  Wir wissen ja: Kein Artist, kein Künstler, kein Sportler, der nicht zig positive aber auch negative Erfahrungen gemacht hat, um Meisterschaft zu erreichen. Oft lernen wir aus unseren Ängsten  sogar mehr als aus unseren Erfolgen!

Grund 2: Empathie oder Einfühlungsvermögen

Kontakte zu Kulturfremden  machen sozialer. Sich auf Unbekanntes einzustellen hilft generell, mit fremdartigen und neuen Situationen umzugehen.
Ein Gefühl für Anderes und Unbekannten hilft zu verstehen und sensibel zu reagieren. Somit entwickeln wir einerseits eine für uns verwendbare Strategie und andererseits wirken wir freundlich und offen.  Überdies helfen überwundene Ängste uns, und wir geben erlebte  Empfehlungen weiter.

Grund 3: Resilienz oder Widerstandsfähigkeit

Ich werde mutiger und drücke mich nicht mehr  vor unbekannten Menschen und Situationen.  Denn es stimmt: Überwundene Ängste  führen nicht nur zu mehr Weisheit (weil wir dann wenigstens wissen, wie es nicht geht). Sie machen uns emotional stärker. Dabei lernen und erfahren wir zugleich, dass wir größer sind als gedacht.
So stärkt Angst  auch noch das Selbstvertrauen. Was wiederum dazu führt, schneller und unvoreingenommen auf einander zu zugehen. Da verlieren sich die Vorurteile im Nichts. Die Einstellung „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ gilt hier nicht, denn wir können nur den Augenblick, den Moment nutzen, der nicht wiederkommt, wenn er vorbei ist.
Welche Erfahrungen haben sie gemacht?
Ich freue mich über Ihren Kommentar.


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