Mittwoch, 12. September 2018

Drei Schritte-Strategie verhindert unerwartete Reaktionen



Viele Menschen aus Deutschland wollen Menschen aus anderen Kulturen helfen und sie unterstützen. Nach dem ersten Kontakt sind  sie mit unerwarteten Reaktionen konfrontiert. Wie damit umgehen? Was steckt dahinter?

Anfänglich machten mich diese Reaktionen auch unsicher. Oft wusste ich nicht, was ich tun kann. Wie verhalte ich mich richtig? Diese Frage beschäftigte mich ganz schön lang. 

Unerwartete Reaktionen - drei Häufige Situationen

Es sind die Kleinigkeiten, die für uns selbstverständlich sind. Irritierte sind jedoch Kulturfremde. Die kleinen gut gemeinten Freundlichkeiten werden oftmals nicht als solches verstanden. Menschen aus anderen Kulturen sind häufig verwundert oder sogar entsetzt.
Hier habe ich Hinweise zusammengefasst. So können wir die komischen Situationen und unerwarteten Reaktionen vermeiden.

SÜSSE GESCHENKE FÜR KINDER

Kinder erreichten unser Herz und wir möchten den angekommenen Kindern, die so viele Strapazen hinter sich haben, eine Freude machen und etwas Gutes tun.
Vor einiger Zeit wollte ich einen fünfjährigen arabischen Jungen, der mächtig weinte mit einer kleinen Tüte Gummibären von Haribo trösten. Der Vater schaute mich entsetzt an und forderte den Kleinen auf, die Süßigkeiten zurückzugeben.
Ja und warum? Man mag es kaum glauben, die süßen Bärchen enthalten Gelatine und genau diese wird aus zerriebenen Schweineknochen hergestellt. Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass Gläubige muslimische Menschen kein Schweinefleisch essen.
Was tun? Wir können nicht sehen, welchen Glauben Menschen haben. Deshalb fragen Sie vorher die Eltern, wenn Sie Süßwaren oder kleine Geschenke den Kindern geben möchten.
Das funktioniert auch, ohne die andere fremde Sprache zu beherrschen. Erhalten Sie ein Lächeln, so können von Zustimmung ausgehen. Verändert sich der Gesichtsausdruck nicht, würde ich das Geschenk nicht überreichen.

BEGRÜSSUNGSRITUAL AUF DEUTSCH

Wenn wir uns treffen, ist es völlig üblich die Hand zu reichen, um uns zu begrüßen oder zu verabschieden. Seit Jahren kenne ich den Imam in unserer Stadt persönlich. Jedes Mal, wenn ich ihn treffe, erwische ich mich dabei meine rechte Hand ihn zureichen.
Jedes Mal erklärt er mir geduldig: „Ich lege meine rechte Hand auf mein Herz und verneige mich, um Sie zu begrüßen.„ Damit fühle ich mich sehr geehrt und respektvoll behandelt.
Obwohl es mir bekannt ist, geht meine Hand ganz automatisch zum Händeschütteln nach vorn.
Einige muslimische Männer reichen mir zum Dank oder zum Verabschieden die Hand und legen diese ganz unmerklich auf hier Herz.
Was tun?
Da gibt es verschiedene Möglichkeiten: Ersten begrüßen Sie einfach mit einem Lächeln, denn das versteht man auf der ganzen Welt.
Zweitens beobachten Sie, wie es die Landleute untereinander handhaben oder drittens Sie sagen einfach „Hallo“.

UNERWARTETE REAKTIONEN BEI SPEISEN VOM SCHWEIN

Schon klingt „Gehacktes“ aus rohem Fleisch, Mettbrötchen oder „Hacke-Peter“ führt zu Übelkeit bei Menschen, die unsere Speisen nicht kennen.
Selbst wenn ich mir bewusst mache, dass „Peter“ zerhackt wird, um ihn zu essen, fällt mir Kannibalismus ein. Und trotzdem mag ich es, gut gewürzt und mit Zwiebeln.
Schweinebraten, Rollbraten, Buletten, aber auch viele andere Lebensmittel wie Leberwurst, Knackwurst enthalten Fleisch vom Schwein.
Muslime und Schweinefleisch, das geht gar nicht. Die Ablehnung liegt im Glauben gegründet. Wir sollten das respektvoll berücksichtigen.
Was tun?
Fordern Sie die Menschen nicht dazu auf, es nur einmal zu probieren.
Betonen Sie nicht, dass es schmeckt und völlig harmlos ist.
Sollten Sie arabische Menschen einladen, dann berücksichtigen Sie bieten Sie ihm keine den Speisen mit Schweinefleisch an.
Verhalten Sie sich einfach respektvoll und vermeiden Sie in der unmittelbaren Gegenwart von Muslimen Schweinefleisch zu essen oder Alkohol zu trinken.
So entwickelte ich eine Drei Schritte-Strategie.

Drei Schritte-Strategie

1. Schritt

Zuerst habe ich einfach nur Verhalten beobachtet. Dabei verhielt ich mich natürlich respektvoll. Die unsicheren Augen und die zurück haltende Körperhaltung war offensichtlich. So erkannte ich: Nicht nur ich war verunsichert, sie waren es auch.


2. Schritt

Danach fragte ich. Schnell erfuhr ich nachvollziehbare Hintergründe. Die merkwürdigen Blicke wurden für mich erklärlich. Natürlich musste ich ganz einfach Worte verwenden, um mich verständlich zu machen. Ja, es ging. Manchmal nutzen wir den Google-Übersetzer, dem zwar schlechtes nachgesagt wird. Doch es funktionierte.

3. Schritt

Über einen längeren Zeitraum verwendete ich Schritt 1 und 2 Ich wollte sicher gehen und nicht einfach verallgemeinern. Es konnte ja sein, dass es einmalig war. Schnell konnte ich gleiche Strukturen erkennen.




Mich interessieren Eure Erfahrungen. Unerwartete Reaktionen, was habt Ihr gemacht? Gibt es dazu Fragen?
Bitte teilt diese mir in den Kommentaren mit.


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