Freitag, 16. März 2018

Auflösung: Welcher Jury-Typ oder Ethnozentriker sind Sie? (Teil 2)


Eine sehr wichtige Erkenntnis vorab.
"Wir erleben anderskulturelle Menschen immer aus Sicht unseres eigenen kulturellen Wissens und Handeln."


Mit der „eigenen“ Sicht  wird beispielweise „Fremdes“  eingeordnet, bewertet, beurteilt oder verurteilt und abgewertet. Die  innere Einstellungen und differenzierte Verhalten werden dadurch sichtbar.

Insgesamt unterscheiden wir abgestuften, unterschiedliche Typen. Jede nachfolgende Aussage gehört zu einem, der vier ethnozentrischen Vertretern. Haben sie einer Aussage ihre Zustimmung gegeben, so können sie davon ausgehen, dass sie diesem Typus angehören.

Haben sie mehrere Aussagen zugestimmt, dann sind sie wahrscheinlich ein Misch-Typ. Um den eigenen Typ zu ermitteln, müssen mehrere unterschiedliche Gesichtspunkte und detaillierte Aspekte betrachtet werden.


TEST -Auflösung

Frage 1
Im Allgemeinen sind Menschen aus meiner Kultur  ordentlich, pünktlich und zuverlässig. Von afrikanischen oder arabischen Menschen kann man das nicht behaupten. Viele Ausländer müssen es lernen sich richtig benehmen. 

Wenn Sie dem zugestimmt haben, dann sind Sie Vertreter von TYP 1

Der harte Ethnozentriker leugnet Unterschiede oder bewertet sie negativ
Nur seine eigene Kultur „zählt“ sie ist eine zivilisierte Hochkultur“ .Abweichungen davon sind „unnormal“, „krankhaft“ „Er muss erst noch lernen sich zu benehmen. Emotional empfindet er Misstrauen, Ablehnung, Abscheu manchmal auch Ekel.  Neigung zur Diskriminierung und Gewaltanwendung besteht.


Frage 2
Die Thailänder oder Japaner sind immer freundlich und lächeln in jeder Situation. Sie wirken ausgeglichen und friedlich. Die Menschen in Deutschland sind oft unfreundlich, ernst und wollen Recht haben. Asiaten sind einfach besser als die Deutschen.

Haben Sie dieser Aussage zugestimmt, dann sind Sie Vertreter von TYP 2

Der negative Ethnozentriker lehnt die eigene Kultur ab und begeistert sich für die fremde Kultur. Die fremde Kultur ist besser, schöner, exotischer. Das Eigenkulturelle wird abgelehnt. Er bemüht sich um Überanpassung an die Fremdkultur und ahmt die Verhaltensweisen nach. Trägt beispielsweise die gleiche Kleidung.

Frage 3
Ich komme mit allen Menschen klar, egal ob sie in Neuseeland, Amerika oder Indien leben. Übrigens, die Russen trinken viel Wodka und die Franzosen reden viel. Egal,  wir Menschen sind alle gleich und ich brauche mich nicht zu verändern. 

Sie gehören zum Vertreter von TYP 3, wenn Sie dieser Aussage zugestimmt haben.

Der heimliche Ethnozentriker gibt sich weltoffen und akzeptiert  Unterschiede. Er verhält sich jedoch so, wie es in seiner Kultur üblich ist. Es gibt keine Probleme, wenn man sich um „Toleranz“ bemüht. Die idealistische Grundhaltung versagt beim direkten Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen. Er verhält sich trotzdem so, wie es in seiner Kultur üblich ist.

Frage 4
Bestimmte Werte und Normen gehören zu meinem Leben, damit bin ich aufgewachsen. Afrikaner haben ihre eigene Art zu leben. Alles hängt von den kulturellen Umständen ab und ist veränderbar. Gern lerne ich, was anders ist und erkenne  kulturelle Unterschiede.  

Bestätigen Sie diese Aussage, sind Sie TYP 4 zugehörig.

Der reflektierter Ethnozentriker kennt seine eigene Kultur und sein Handeln, kann Verhalten reflektieren und ablehnende Gefühle gegenüber Fremden zu lassen.

Er akzeptiert, dass alle Menschen mit ihren Ethnozentrismus zu leben auch – auch er selbst. Er rechnet damit, dass Denken, Fühlen und Handeln von den Normalerwartungen seiner eigenen Kultur abweicht. Er arbeitet daran Offenheit, Verständnis und Kooperationsfähigkeit zu entwickeln.


Sicherlich haben sie das so nicht erwartet. Entweder hatten Sie das nicht vermutet oder Sie haben sich bisher anders eingeschätzt. Die fremden und eigenen Wahrnehmungen können sich immens unterscheiden. Daraus kann eine Überraschung oder Bestürzung auftauchen.
Hinweise für entsprechendes Verhalten erhalten sie in den nächsten Beitrag.

Interkulturelle Kompetenz: Ethno-zentristisches Verhalten

Was hat eine Jury mit Kultur zu tun?



Freitag, 8. Dezember 2017

Interkulturelle Kompetenz: Kulturmodell "Zwiebel" Was hat eine Zwiebel mit Kultur zu tun?




Ja, die Zwiebel kann uns zum Weinen bringen. Sie hilft gesund zu werden und macht satt.

Was hat sie mit Kultur zu tun?

Sie wird als ein Modell genutzt. Doch dazu später.










Wie entstehen Kulturen?
Was beinhalten Kulturen?
Welche Ursachen haben Kulturen?
Was oder wer gehört zur Kultur?

Eine Menge unterschiedliche Versuche, Experimente und Nachweise versuchen genau die richtigen Antworten  zu finden.

Seit Jahren untersuchen Wissenschaftler die Kultur aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Bei ihren Forschungen verknüpfen sie Erkenntnisse verschiedener wissenschaftlicher Fachgebiete, vor allem Ethnologie (Völkerkunde), Soziologie, Kulturwissenschaft, Sprachwissenschaften und Psychologie.

Es herrscht keine Einigkeit, sondern eher Uneinigkeit über die Sichtweisen und das Herangehen. So  kann ich heute schlussfolgernd: Der Prototyp wurde noch nicht gefunden.

„Kultur unterliegt ständiger Veränderungen und genau darin liegen Schwierigkeiten.“ Beate  Antonie Tröster

Genau deshalb  habe ich mich entschieden, an dieser Stelle nicht nur ein Kulturmodell vorzustellen, sondern gleich mehrere. So können wir uns selbst eine Meinung bilden.


Die Zwiebel und die Kultur

Wusstest du, dass eine ganz normale Zwiebel zu einer der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit gehört und  zugehörig zu  einer Gemüsepflanze, die seit mehr als 5000 Jahren kultiviert wird?

Wusstest du, dass die alten Ägypter  den Göttern als Opfergabe Zwiebeln reichten oder sie den Toten als Wegzehrung für die Reise ins Jenseits beigelegt wurde?

Wusstest du, das Zwiebeln eine Art Zahlungsmittel für die beim Pyramidenbau eingesetzten Arbeiter war?

Wusstest du, dass im Mittelalter die Zwiebeln auf keiner Tafel fehlten und sie als Amulett gegen die Pest dienten?


Als bekannt gilt die positive Verwertung der Zwiebel, die einerseits zur Heilung, zum Gewürzen oder andererseits als Gemüse dienen kann.

Allein diese Tatsachen beweisen eine lange kulturelle Geschichte der Zwiebel.
Die Zwiebel stellt somit ein sehr wichtigstes  Kulturgut dar.

Wen wundert es dann, dass  der niederländischen Kulturwissenschaftler Geert Hofstede die Zwiebel ins Scheinwerferlicht stellt und sie als  eine Erklärung für Kulturen nutzt.

Die Zwiebel als Modell – als Kulturmodell

Wie die unterschiedlichen Schichten einer Zwiebel, so möchte Hofstedte die verschiedenen Ebenen kultureller Prägung verdeutlichen. 

Er unterteilt Kultur mit seinem Zwiebelmodell in die Bereiche Symbole, Helden, Rituale und Werte.

Die Werte stellen hierbei den inneren Kern dar. Er wird für Kulturfremde nur indirekt sichtbar. 
Die Symbole sind die äußere Schale. Zusammen mit den Helden und Ritualen beschreibt Hofstede sie als Praktiken, die auch für Außenstehende direkt wahrnehmbar sind.

Logischer Weise hat das Zwiebelmodell mehrere Schichten. Die äußere dünnere papierartige Hülle zeigt sich als sichtbar, hörbar, riechbar, usw. wie das Essen, Kleidung, Baustil.

Die innere versteckte Zwiebelmitte versteht sich als  unsichtbar wie ein Bauplan, den natürlich der Betroffenen kennt.  Je nach Nähe zur äußeren Schale sind die Inhalte der Bereiche schneller beeinflussbar und veränderbar.

Kultur zeigt sich in drei Schichten:
  • tiefliegende Grundannahmen, Werthaltung und Normen
  • wahrnehmbare Handlung
  • materielle Güter


InspirationLeben - Sei im Kopf klar und achte auf deine Gedanken

Achte darauf worüber du nachdenkst, denn es beeinflusst dein Wohlergehen. Schlechte Gedanken verpesten das Leben. Sie erzeugen, dass du unzu...