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Montag, 15. August 2016

Interkulturelle Kompetenz: Überraschende Erkenntnisse der Stanfort-Studie

Heute erfahren Sie etwas über eine Studie, deren überraschende und bahnbrechende Erkenntnisse  Sie sofort wirksam einsetzen können. Sie erfahren, welche Werte  in Ihrem Leben am wichtigsten sind und was die Ereignisse  Ihres Tages damit zu tun haben. Ich lade Sie zu einem kleinen Forschungstest ein.



Die Stanfort-Studie

Vor 20 Jahren bekamen Studenten der Stanford University eine Aufgabe für die Winterferien, bei der sie sich täglich Notizen machen sollten.  Es wurden zwei Gruppen gebildet. Die erste Gruppe erhielt den Auftrag alle positiven Dinge zu notieren, die am jeweiligen Tag passiert sind. Die zweite Gruppe hatte eine andere Anweisung:
Schreibt

1. über die Werte, die euch im Leben am wichtigsten sind und
2. wie die Ereignisse des Tages mit diesen Werten zusammenhängen.

Nach den Ferien werteten die Wissenschaftler die mitgebrachten Notizen aus. Diese wurden ins Verhältnis zu Erkrankungen und Gesundheitszustand gebracht.

Das Ergebnis war so überraschend wie eindeutig

Die Studenten, die über ihre Werte schrieben waren im Anschluss an das Experiment seltener krank und insgesamt fitter, hatten mehr Energie und eine positivere Einstellung. Die Studie wurde in den Jahren danach knapp hundertmal wiederholt und ausgebaut – und immer wieder bestätigt.

Die Stanford-Professorin Kelly McGonigal schreibt dazu in ihrem Buch „The Upside of Stress“, dass diese Übung zu den wirkungsvollsten psychologischen Maßnahmen zählt, die je untersucht wurden.

Wie kommt es dazu?

Die Wissenschaftler haben erkannt: Kurzfristig führt das Schreiben über die eigenen Werte zu stärkeren Gefühlen von Kontrolle, Kraft und Stolz. Außerdem macht  das Schreiben darüber die Übenden liebevoller und empathischer, auch sich selbst gegenüber.

Die Übung erhöht außerdem langfristig die Schmerztoleranz und die Selbstkontrolle und verringert das „Wiederkauen“ stressvoller Erfahrungen.

Sogar Menschen, die nur einmalig für zehn Minuten über ihre Werte schreiben, profitieren noch Monate bis Jahre später davon.


Den Forschern nach gibt diese Übung den Ereignissen unseres Lebens Bedeutung, einen Sinn. Wir erkennen wieder, dass die Arbeit zwar gerade enorm anstrengt, aber dass wir’s für unsere Familie tun, die uns so wichtig ist. Oder dass die schmerzhafte Trennung vom Partner immerhin unseren Werten , unserem Wachstum und unserer Freiheit dient, uns wachsen und neu beginnen lassen kann. Die Dinge sind dadurch keine bloßen Unannehmlichkeiten mehr oder sinnlose Qual, die wir nicht verstehen und einfach nur schnell hinter uns bringen wollen. Nein, sie werden zum Ausdruck unserer Werte.


Warum das so effektiv ist? Testen Sie sich selbst

Studien hin und Studien her. Ich habe es selbst probiert. Drei Tage lang habe ich aufgeschrieben, womit ich mich beschäftige, und meine Tätigkeiten selbst erkundet. Eine Tabelle teilte ich in zwei Spalten. In der ersten Spalte notierte ich, was ich tat, und in der zweiten Spalte ergänzte ich den dazu gehörigen Wert, der dahinter steckt. Es machte Spaß, sich zu hinterfragen und zu erforschen.

Tätigkeit
Wert
Mittagessen kochen
Gesundheit
Schreibtisch aufräumen
Ordnung
Wasche waschen
Sauberkeit
Tür abschließen
Sicherheit
Lehrvideo anschauen
Bildung

Dabei gelangte ich zu drei wichtigen Erkenntnissen:

1.     Mein Tagesablauf und die darin verborgenen Handlungen sind durch  immer wiederkehrende Werte bestimmt.
2.     Wie im sich auflösenden Nebel über einem See erkannte ich meine eigene persönliche Wertestruktur, die meinem Handeln zu Grunde liegt.
3.     Stark ausgeprägte Werte wie Ordnung und Sicherheit bestimmen mein Leben.

Probieren Sie es aus! Was sind Ihre wichtigsten Werte?

Fazit:

Zur interkulturellen Kompetenz gehört es, eigenen Werte  zu kennen und zu verstehen. Welche Werte, die Kulturfremde priorisieren, sind von uns festzustellen und zu begreifen? Denn wie wir jemanden bewerten, hängt von unseren eigenen inneren Werten ab. Die den Menschen innewohnenden Werte können wir nicht sofort äußerlich sehen. Erst bei Handlungen und Äußerungen  werden sie sichtbar. Dazu brauchen wir Übung.


Also, wenn Sie mögen, nehmen Sie einen Stift. Notieren Sie Dinge, die Sie gerade beschäftigen oder belasten. Schreiben Sie Ihre wichtigsten Werte auf (z.B. Freiheit, Liebe, Erfolg, Freundschaft, Gesundheit, Abenteuer, Ansehen, Ehrlichkeit, Beharrlichkeit, Begeisterung, Einfluss, Geborgenheit, Harmonie, Genuss, Respekt, Ruhe, Sicherheit, Vertrauen). 
Viel Spaß bei der Selbsterkundung!

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Freitag, 19. September 2014

Fremdsein oder fremdeln – was passiert da?

Ich muss echt zugeben,  so viele Gedanken habe ich mir noch nie über die Bedeutung von „fremd“ gemacht. Naja und so gleich ergeben sich eine Flut von Fragen. 

Welche Formen gibt es? 

Wie äußert sich Fremdsein konkret?
Woran erkenne ich, was fremd ist?

Naja, zuerst soll man ja bei sich selbst anfangen und das mache ich.  Da stelle ich fest:   

  • Personen, die mir nicht bekannt sind, vertraue ich nicht gleich.
  •  fremdartige Situationen beunruhigen mich.
  •  in unbekannten Gegenden kann ich mich schnell verirren.
  •  Gerüche, die ich nicht kenne, finde ich merkwürdig.
  •  Menschen, die mir nicht die Hand zur Begrüßung reichen, verunsichern mich.
Meine Gefühle kann ich da nicht kontrollieren. Es ist einfach so.


Auf meiner Erkundungsreise nach der Fremdheit, erstaunen mich die vielfältigen Fassetten und Orte an denen ich sie gespürt oder gefunden habe. Inzwischen weiß ich, alles was mir fremd erscheint, betrifft weder meine Freundin, schon gar nicht meine Kollegin oder irgend Jemanden, sondern nur mich selbst. Mir wird klar, oftmals gehen Fremdheit und Angst Hand in Hand.  Jedoch nach genaueren hinsehen, erkenne ich wie aus dem Nebel langsam klar und deutlich meine persönliche Fremdheitsbilder.


Ob Russland, Bali,  Spanien, ja auch Polen, also in Ländern mit anderen Sprache, spüre ich ganz schnell: Du gehörst hier nicht dazu. Wie eine weiße Linie auf einen Fußballfeld, die den Strafraum kennzeichnet, entsteht eine räumliche Trennung und ein persönliches Hinweisschild  auf dem steht „AUSWÄRTIG“. Und so wird mir klar, ich bin draußen und nicht drinnen.




Ok, so entdeckte ich die 1. Form von Fremd im Sinne von „Auswärtig“.





Meine weiteren Entdeckungen erfahrt ihr das nächste Mal.

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