Karriere mit Interkultureller Kompetenz - konkrete Tipps und Inspirationen
Dienstag, 29. Dezember 2015
Mittwoch, 23. Dezember 2015
Samstag, 12. Dezember 2015
Mittwoch, 9. Dezember 2015
Mittwoch, 4. November 2015
Fünf Herangehensweisen für mehr Interkulturelle Kompetenz
Jeder Mensch wächst in einem Land mit kulturellen Werten und Normen auf, die ihn prägen. Wie eine Palme ein warmes und trockenes Klima benötigt, so braucht die Tanne Feuchtigkeit und Kühle. Ein Versuch, die Bäume an den jeweiligen anderen Standort zu verpflanzen, führt schnell zu trockenen Blättern oder braunen Tannnadeln, diese werden abfallen und aus trockenen oder verrotten. Bäume, die aus verschiedenen Kulturen stammen, können wachsen, wenn das Klima stimmt.
Wechseln Menschen ihre Standorte, so besteht die Chance, sich zu entwickeln, so dass ein Gedeihen möglich ist. Im Vergleich zu Bäumen können sich Menschen wahrnehmen und fühlen, Situationen erfassen und begreifen. Dazu ist jedoch entsprechendes Wissen und interkulturelles Lernen erforderlich.
Interkulturelle Kompetenz ist die Fähigkeit von Menschen aus verschiedenen Kulturen, miteinander umzugehen, sich gegenseitig zu achten und zu wertschätzen, um zusammen zu arbeiten oder zu leben.
Das klingt jetzt sehr einfach, ist jedoch komplizierter als man denkt. Denn diese Kompetenz ist nicht angeboren und gelegentliche Urlaubsreisen in fremde Kontinente reichen da bei weitem nicht aus. Natürlich sind Neugier und Offenheit Wurzeln dafür. Kleine Kinder machen uns es vor. Sie sind ganz offen, sprechen oder spielen mit Kindern unabhängig vom Aussehen oder Sprachkenntnissen.
Fünf Herangehensweisen, die dabei unterstützen
- Erfasse und erkenne die besonderen Werte und persönlichen Normen der fremden Person
- Unternehme den Versuch das Denken, Fühlen und Handeln von Fremden zu begreifen
- Übe Respekt und Toleranz gegenüber ungewohntem Verhalten
- Lass die Vorurteile los und beachte die Gerüchte nicht
- Reagiere rücksichtsvoll und handle mit Bedacht
Also überwinde eigene Grenzen - sei offen und lerne dazu, denn genau das hilft Kulturübergreifend zu handeln.
Gemeinsam mit den Fremden oder unbekannten Menschen müssen wir den Umgang erlernen. Das ist wichtig, um zu kommunizieren und zusammen zu arbeiten. In Deutschland gehört Interkulturelle Kompetenz zu einer Schlüsselqualifikation im Arbeits- und Alltagsleben.
„INTERKULTURELLE KOMPETENZ BEGINNT MIT DEN KLEINIGKEITEN DES LEBENS“ B. A. TRÖSTER
Samstag, 10. Oktober 2015
Durchblick erlaubt: Wer sind „die Anderen“ und wer sind „wir“?
Genau diese Frage stellt sich momentan überall: In Gesprächen, in Fernsehbeiträgen, in Radiosendungen, in Zeitungsartikeln oder in Diskussionen.
Da blickt ja Keiner mehr durch. Die Fenster haben mittlerweile undurchsichtige Glasscheiben und wir glauben alles klar zu sehen und auch dementsprechend zu beurteilen. Jetzt gilt: Fensterputzlappen raus und Scheiben reinigen.
ZUNÄCHST EINMAL SCHAUEN WIR AUF DIE „ANDEREN“
Was bedeutet es nun wirklich Ausländern zu sein? Wenn es Ausländer gibt, muss es auch Inländer geben, logisch oder? Das wären somit in Deutschland die Deutschen. Das Wort "AUS" verbirgt in sich "außen" und nicht "Drinnen", also nicht dazu gehörig. Generell können wir feststellen Ausländer sind Menschen, die keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen.
OK., dann nennen wir sie Einwanderer oder Zuwanderer. Allerdings sind Einwanderer oftmals keine Ausländer mehr, da sie bereits die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen können und dem zufolge Deutsche sind. Das steht natürlich keinen auf der Stirn geschrieben oder ist an der Hautfarbe erkennbar. Also Vorsicht.
Und was ist nun mit den Flüchtlingen? Das sind Personen, die wegen ihrer Verfolgung infolge ihrer Rasse, Religion, Nationalität oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe, Schutz in einem anderen Land suchen. So steht es in der Genfer Flüchtlingskonvention. Sie sind Schutzbedürftige. Nicht empfehlenswert ist die Bezeichnung Asylanten , da dieser Begriff in unzähligen Medienberichten negativ besetzt wurde und die Geflüchteten als Bedrohung oder Belastung angesehen werden und nicht als Schutzsuchende.
Gut, dann nennen wir sie Ausländische Mitbürger , denn das sind ja bekanntlich nicht-deutsche Staatsbürger. Auch der Begriff deutet darauf hin, dass eine Zugehörigkeit zu dem aufnehmenden Land nicht besteht, denn das Wort Mit... wird dem Bürger davor gestellt.
UND WIE SEHEN SICH DIE DEUTSCHEN?
Wir könnten sie die Biodeutschen nennen. Gemeint sind damit wohl die Ureinwohner von Deutschland. Hier wird der Versuch unternommen, zwischen Deutschen und Nicht-Deutschen zu unterscheiden. „Bio“ könnte allerdings auch als Biografie-Deutsche verstanden werden oder sich bewusst ernährende Deutsche.
Auch können sich die Bürgerinnen und Bürger als Bundesrepublikaner bezeichnen. Dazu gehören Menschen, die sich für ein Leben in der Bundesrepublik entschieden haben. Das könnten jedoch auch Ausländer sein.
.Im Allgemeinen ist ein Deutscher ein deutscher Staatsangehöriger. Manche sagen auch herkunftsdeutsche Bevölkerung. Allerdings Vorsicht, denn jeder fünfte Deutsche stammt aus einer Einwanderungsfamilie. Deutsche ohne Migrationshintergrund wäre aus meiner Sicht die richtige Bezeichnung, klingt aber blöd.
Jetzt höre ich schon in meinen Ohren: Ja und nun? Da soll einer durchblicken. Was kann ich damit anfangen?
Sie sollten wissen:
- Nicht jeder Mensch der „ausländisch“ aussieht, ist ein „Ausländer“. Durch seine Einbürgerung wäre dieser Mensch nämlich ein Deutscher.
- Nicht jeder Deutsche kann als Herkunftsdeutscher angesehen werden. Durch Migrationshintergrund in zwei Generationen davor, kann sich hier ein ganz anderes Bild zeigen.
DIE WURZELN DER VERMUTUNGEN ENTDECKEN
Wer von uns hat bereits seine eigene Familiengeschichte aufgearbeitet, so dass er genaue Auskunft geben kann?
Also Vorsicht vor Vermutungen, Fehleinschätzungen oder Deutungen, besonders die von Dritten kommen. Es kann bedeuten den "Anderen" und uns selbst falsche Zuschreibungen zu machen. Es ist ratsam, hier konkret mit den Betroffenen zu sprechen und nachzufragen.
Samstag, 26. September 2015
Dein kulturelles Gepäck im Rucksack
Oft werde ich gefragt: Habe auch ich ein kulturelles Gepäck?
Wenn ja, was gehört dazu?
Brauche ich dieses Gepäck überhaupt und was passiert, wenn etwas fehlt?
Wenn ja, was gehört dazu?
Brauche ich dieses Gepäck überhaupt und was passiert, wenn etwas fehlt?
Besonders im Vergleich mit „Fremden“ erkannte ich sehr schnell, wie bedeutend meine eigenen Erfahrungen, Wissen und Erlebnisse sind.
Gerade, wenn ich kulturelle Unterschiede feststelle, erkenne und finde ich meine persönlichen Habseligkeiten.
Dazu gehören:
Gerade, wenn ich kulturelle Unterschiede feststelle, erkenne und finde ich meine persönlichen Habseligkeiten.
Dazu gehören:
- die Umgebung, in der ich aufgewachsen bin oder gelebt habe und lebe
- meine Familie und meine Freunde
- mein Schulbesuch, Ausbildungen, Abschlüsse und berufliche Entwicklung
- meine Wohnung und Umgebung
Mir wird klar, dass es Grundsätze, Werte und Normen gibt, die mich im Laufe meines Lebens prägten und auch heute noch bestimmen.
Klar befinden sich in meiner Kulturausrüstung auch Einzelstücke.
Ja es stimmt tatsächlich, jeder Mensch hat sein eigenes kulturelles Gepäck.
Klar befinden sich in meiner Kulturausrüstung auch Einzelstücke.
Ja es stimmt tatsächlich, jeder Mensch hat sein eigenes kulturelles Gepäck.
Oft treffe ich auf Menschen, die ihren kulturellen Besitz bewusst in die Hand nehmen und ihn stolz tragen.
Andere wiederum vergessen oder leugnen ihr eigenes Gepäck, ihr geerbtes Gut sogar.
Das finde ich sehr schade, denn einen solchen Reichtum einfach in die Ecke zu stellen, sind verschenkte Kraftquellen.
Andere wiederum vergessen oder leugnen ihr eigenes Gepäck, ihr geerbtes Gut sogar.
Das finde ich sehr schade, denn einen solchen Reichtum einfach in die Ecke zu stellen, sind verschenkte Kraftquellen.
Die Kulturwissenschaft entwickelt dazu ein eindrucksvolles Modell. Wir können uns das so vorstellen:
Wir alle tragen einen Rucksack auf dem Rücken, in dem sich unser persönliches Gepäck befindet.
DAS „RUCKSACKMODELL“
Stellen wir uns vor. Wir reisen mit einem Rucksack, einer Reisetasche oder einem Koffer durch die Welt. Darin befindet sich unser persönliches Gepäck. Das sind Kleidung für kalte und heiße Temperaturen, eine Taschenlampe um in der Dunkelheit zu sehen. Dazu gehört ein Föhn, eine Zahnbürste, Seife und weitere Reinigungsprodukte und andere uns wichtige Utensilien. Genau diese Gegenstände sind uns wichtig, denn sonst würden wir sie ja zu Hause lassen. Ähnlich können wir so unser kulturelles Gepäck vorstellen.
"JEDER MENSCH TRÄGT SEIN EIGENES KULTURELLES GEPÄCK MIT SICH"
Wenn wir auf dem Bahnhof stehen, können wir nur vermuten, was unser Wegbegleiter oder der Tourist neben uns in seinem Gepäck hat. Es bleibt uns verborgen, da es sich im nichtsichtbaren Innere befindet. Genauso wie er nicht weiß, was wir auf unsere Reise mitgenommen haben.
Unser persönliches Gepäck unterscheidet sich sowohl innerlich als auch äußerlich von anderen. Nehmen wir an, wir sind in der Empfangshalle auf dem Flughafen.
Nach dem Flug stehen hunderte Reisenden am Förderband/Gepäckausgabeband und warten auf ihren Koffer. Nachweislich findet jeder sein aufgegebenes Gepäck. Verwechselungen gibt es lediglich bei gleichen Koffern, jedoch selten.
Nach dem Flug stehen hunderte Reisenden am Förderband/Gepäckausgabeband und warten auf ihren Koffer. Nachweislich findet jeder sein aufgegebenes Gepäck. Verwechselungen gibt es lediglich bei gleichen Koffern, jedoch selten.
Vorsicht: Das Äußere kann täuschen
Sehen wir Menschen mit einer dunklen Hautfarbe, mit einer bestimmten Nasenform oder Mandelaugen vermuten wir sehr schnell ihre asiatische, afrikanische oder europäische Herkunft. Jedoch kann eine asiatische Frau in Deutschland oder ein afrikanischer Mann in Japan geboren sein.
Sehen wir Menschen mit einer dunklen Hautfarbe, mit einer bestimmten Nasenform oder Mandelaugen vermuten wir sehr schnell ihre asiatische, afrikanische oder europäische Herkunft. Jedoch kann eine asiatische Frau in Deutschland oder ein afrikanischer Mann in Japan geboren sein.
IM RUCKSACK BEFINDET SICH IHR LEBENSWEG
Genau wie uns der Inhalt des fremden Rucksackes verborgen bleibt, wissen wir nicht, welche kulturelle Herkunft und Prägung andere Menschen haben.
Oft bleibt uns der Inhalt verborgen. Definitiv können wir nicht die unterschiedlichen, vielfältigen und individuellen mitgenommenen Sachen wahrnehmen.
Fehleinschätzungen und Missverständnisse hängen eng mit Unkenntnissen oder fehlendem Wissen über andere Kulturen zusammen.
Damit verletzen wir Menschen. Es entwicklen sich Konflikten und private Beziehungen werden sogar beenden.
Um genau das zu vermeiden, kann die Orientierung an Kulturmodellen hilfreich sein. Kulturforscher haben verschiedene Modelle entwickelt.
Um Kultur besser zu verstehen, stellen wir uns einen Rucksack vor. Meinetwegen kann das auch ein Koffer oder eine Reisetasche sein.
Damit verletzen wir Menschen. Es entwicklen sich Konflikten und private Beziehungen werden sogar beenden.
Um genau das zu vermeiden, kann die Orientierung an Kulturmodellen hilfreich sein. Kulturforscher haben verschiedene Modelle entwickelt.
Um Kultur besser zu verstehen, stellen wir uns einen Rucksack vor. Meinetwegen kann das auch ein Koffer oder eine Reisetasche sein.
Ich finde die Kultur als „Rucksack“ als Modell gut.
Der Mensch in der heutigen vielfältigen Gesellschaft besitzt das kulturelle Wissen seiner Gruppe als Kulturgepäck, doch sein Umgang damit ist flexibel, individuell und situativ.
Die Inhalte sind vergleichbar mit der persönlichen kulturellen Lebensgeschichte. Sie beinhaltet Werte und Normen der eigenen Kultur, den Glauben oder Religion, die Erziehung und Bildung sowie Gesetze und Verhaltensregeln des Herkunftslandes.
„Jede neue Erfahrung, jede neue Begegnung, jede neue Situation beeinflusst individuelles Handeln und bereichert unser kulturellen Besitztum.“ Beate A. Tröster
Doch einen Haken hat die Sache: Manche denken sie haben Röntgenaugen. Sie meinen, die kulturelle Ausrüstung von Anderen sehen zu können. Und ich erlebe es, dass „wir meinen zu wissen“.
Wir können lediglich vermuten, erahnen, voraussetzen, jedoch die wirkliche kulturelle Prägung also unseren Inhalt kennen nur wir selbst.
Es können positive und schlechte Erfahrungen sein, unendlicher Schmerz oder unvergessliches Glück.
Wir können lediglich vermuten, erahnen, voraussetzen, jedoch die wirkliche kulturelle Prägung also unseren Inhalt kennen nur wir selbst.
Es können positive und schlechte Erfahrungen sein, unendlicher Schmerz oder unvergessliches Glück.
Unsere Chance besteht darin, das eigene Gepäck zu erkennen, zu vergleichen und Unterschiedliches zu begreifen als Fortschritt, Gewinn, Chance oder Nutzen.
Gehen wir mit einem Freund oder Freundin auf Wanderschaft und jeder trägt einen Rucksack, so kann der Inhalt sehr verschieden sein. Ich nehme Sonnenbrille, Getränke und Obst mit und der andere Creme, Sandwich und Powerriegel. Jedes erfüllt seinen Zweck und hat seinen Grund, warum wir es einpacken. Wir erkennen erst beim Auspacken, wie unterschiedlich wir sind. Das kann ergänzend sein, wenn Sie sich eine Blase gerieben haben und der andere an ein Heftpflaster gedacht hat oder es Dinge sind, die nur individuell benötigt werden wie Medikamente.
Viele fragen mich: Was gehört nun zu meinem kulturellen Besitztum?
Es gehört zu unsererReisevorbereitung, das Richtige einzupacken. Für die Wanderung sind das feste Schuhe, für das Baden im See wird ein Badeanzug oder eine Badehose eingepackt. Wir machen uns einen Spickzettel, der kontrollierbar ist. Wir überlegen, was wir benötigen, um unser Vorhaben ohne Probleme oder schwierige Situationen zu realisieren.
Interkulturelle Informationen
Wir bereiten uns Schritt für Schritt auf unsere Lebensabschnitte vor.
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