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Freitag, 16. März 2018

Was hat eine Jury mit Kultur zu tun? (Teil 1)



Nein, es geht nicht um „Deutschland sucht den Superstar“ oder „Germans next Topmodel“ und wer an einen Boxkampf denkt, liegt auch daneben. 

Sei es im Sport, bei einem Preisausscheid, einem Wettbewerb:

"Jede Jury oder Bewertungskommission besteht aus Personen, die Kandidaten beobachten, beurteilen und bewerten.“

Die bestehenden Regeln und angewandten Kriterien entscheiden über Leistung, Sieg oder Niederlage von Sportlern, Stars, Topmodels oder Boxer.  Die vorgestellten Darbietungen werden bewertet und es wird  begründet, warum  eine Bestleistung ausgezeichnet wird.

Auf der ganzen Welt  entscheidet beispielsweise ein Schiedsrichter beim Fußballspiel  über Regelverstöße. Er erkennt die Regeln wie ein  „Faul“ oder „Abseits“. Dem Fußballer sind ebenfalls die Spielregeln bekannt. Benutzt er die Hand beim Spiel, so erkennt er als auch der Schiedsrichter den Regelverstoß und die daraus resultierende Konsequenzen.

„Auf dem interkulturellen Spielfeld  gibt es keine eindeutigen Regeln und erkennbare Bestimmungen “
Die alltägliche kulturelle Jury besteht oftmals aus einer Person oder einer sogenannten In-Gruppen. Die Regeln werden alleinig von ihnen  bestimmt. Nach deren eigenen Ermessen wird ein Vertreter einer anderen Kultur  oder OUT-Gruppe beurteilt, zu bewertet oder eingeschätzt. Das kann  zu dramatischen Fehleinschätzungen und oftmals zu unlösbaren Missverständnissen führen.

Natürlich gibt es kulturelle Gesichtspunkte, Kriterien oder Regeln, die wissenschaftlich begründet sind. Diese  sind allerdings relativ unbekannt und werden kaum erlernt.

Nur Wenige sind sich  dessen bewusst: Unsere eigene Kultur nehmen wir als selbstverständlich und „normal“ wahr.

Welcher Jury-Typ oder Ethnozentriker sind Sie? 

So und nun können Sie sich selbst mal testen. itte kreuzen Sie an, welcher Aussage sie zustimmen und notieren sich das Ergebnis.


1. Im Allgemeinen sind Menschen aus meiner Kultur  ordentlich, pünktlich und zuverlässig. Von afrikanischen oder arabischen Menschen kann man das nicht behaupten. Viele Ausländer müssen es lernen sich richtig benehmen.  

stimme ich zu               stimme ich nicht zu

2. Die Thailänder oder Japaner sind immer freundlich und lächeln in jeder Situation. Sie wirken ausgeglichen und friedlich. Die Menschen in Deutschland sind oft unfreundlich, ernst und wollen Recht haben. Asiaten sind einfach besser als die Deutschen. 

stimme ich zu               stimme ich nicht zu

3. Ich komme mit allen Menschen klar, egal ob sie in Neuseeland, Amerika oder Indien leben. Übrigens, die Russen trinken viel Wodka und die Franzosen reden viel. Egal wir Menschen sind alle gleich und ich brauche mich nicht zu verändern.  

stimme ich zu               stimme ich nicht zu

4. Bestimmte Werte und Normen gehören zu meinem Leben, damit bin ich aufgewachsen. Afrikaner haben ihre eigene Art zu leben. Alles hängt von den kulturellen Umständen ab und ist veränderbar. Gern lerne ich, was anders ist und erkenne  kulturelle Unterschiede.

stimme ich zu               stimme ich nicht zu

Der nächste Post enthält die Auflösung.

Auflösung: Welcher Jury-Typ oder Ethnozentriker sind Sie? (Teil 2)


Eine sehr wichtige Erkenntnis vorab.
"Wir erleben anderskulturelle Menschen immer aus Sicht unseres eigenen kulturellen Wissens und Handeln."


Mit der „eigenen“ Sicht  wird beispielweise „Fremdes“  eingeordnet, bewertet, beurteilt oder verurteilt und abgewertet. Die  innere Einstellungen und differenzierte Verhalten werden dadurch sichtbar.

Insgesamt unterscheiden wir abgestuften, unterschiedliche Typen. Jede nachfolgende Aussage gehört zu einem, der vier ethnozentrischen Vertretern. Haben sie einer Aussage ihre Zustimmung gegeben, so können sie davon ausgehen, dass sie diesem Typus angehören.

Haben sie mehrere Aussagen zugestimmt, dann sind sie wahrscheinlich ein Misch-Typ. Um den eigenen Typ zu ermitteln, müssen mehrere unterschiedliche Gesichtspunkte und detaillierte Aspekte betrachtet werden.


TEST -Auflösung

Frage 1
Im Allgemeinen sind Menschen aus meiner Kultur  ordentlich, pünktlich und zuverlässig. Von afrikanischen oder arabischen Menschen kann man das nicht behaupten. Viele Ausländer müssen es lernen sich richtig benehmen. 

Wenn Sie dem zugestimmt haben, dann sind Sie Vertreter von TYP 1

Der harte Ethnozentriker leugnet Unterschiede oder bewertet sie negativ
Nur seine eigene Kultur „zählt“ sie ist eine zivilisierte Hochkultur“ .Abweichungen davon sind „unnormal“, „krankhaft“ „Er muss erst noch lernen sich zu benehmen. Emotional empfindet er Misstrauen, Ablehnung, Abscheu manchmal auch Ekel.  Neigung zur Diskriminierung und Gewaltanwendung besteht.


Frage 2
Die Thailänder oder Japaner sind immer freundlich und lächeln in jeder Situation. Sie wirken ausgeglichen und friedlich. Die Menschen in Deutschland sind oft unfreundlich, ernst und wollen Recht haben. Asiaten sind einfach besser als die Deutschen.

Haben Sie dieser Aussage zugestimmt, dann sind Sie Vertreter von TYP 2

Der negative Ethnozentriker lehnt die eigene Kultur ab und begeistert sich für die fremde Kultur. Die fremde Kultur ist besser, schöner, exotischer. Das Eigenkulturelle wird abgelehnt. Er bemüht sich um Überanpassung an die Fremdkultur und ahmt die Verhaltensweisen nach. Trägt beispielsweise die gleiche Kleidung.

Frage 3
Ich komme mit allen Menschen klar, egal ob sie in Neuseeland, Amerika oder Indien leben. Übrigens, die Russen trinken viel Wodka und die Franzosen reden viel. Egal,  wir Menschen sind alle gleich und ich brauche mich nicht zu verändern. 

Sie gehören zum Vertreter von TYP 3, wenn Sie dieser Aussage zugestimmt haben.

Der heimliche Ethnozentriker gibt sich weltoffen und akzeptiert  Unterschiede. Er verhält sich jedoch so, wie es in seiner Kultur üblich ist. Es gibt keine Probleme, wenn man sich um „Toleranz“ bemüht. Die idealistische Grundhaltung versagt beim direkten Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen. Er verhält sich trotzdem so, wie es in seiner Kultur üblich ist.

Frage 4
Bestimmte Werte und Normen gehören zu meinem Leben, damit bin ich aufgewachsen. Afrikaner haben ihre eigene Art zu leben. Alles hängt von den kulturellen Umständen ab und ist veränderbar. Gern lerne ich, was anders ist und erkenne  kulturelle Unterschiede.  

Bestätigen Sie diese Aussage, sind Sie TYP 4 zugehörig.

Der reflektierter Ethnozentriker kennt seine eigene Kultur und sein Handeln, kann Verhalten reflektieren und ablehnende Gefühle gegenüber Fremden zu lassen.

Er akzeptiert, dass alle Menschen mit ihren Ethnozentrismus zu leben auch – auch er selbst. Er rechnet damit, dass Denken, Fühlen und Handeln von den Normalerwartungen seiner eigenen Kultur abweicht. Er arbeitet daran Offenheit, Verständnis und Kooperationsfähigkeit zu entwickeln.


Sicherlich haben sie das so nicht erwartet. Entweder hatten Sie das nicht vermutet oder Sie haben sich bisher anders eingeschätzt. Die fremden und eigenen Wahrnehmungen können sich immens unterscheiden. Daraus kann eine Überraschung oder Bestürzung auftauchen.
Hinweise für entsprechendes Verhalten erhalten sie in den nächsten Beitrag.

Interkulturelle Kompetenz: Ethno-zentristisches Verhalten

Was hat eine Jury mit Kultur zu tun?



Freitag, 8. Mai 2015

Weg 3 zur interkulturellen Kompetenz: Beschäftigen Sie sich und reflektieren Sie Ihre eigenen Kultur und erkennen Sie Unterschiede

Herr Schmidt sagt: Ich bin weltoffen und alle Menschen sind gleich. Geleitet von seiner wissbegierigen Lebensauffassung und Neugierde bereist er interessante Länder auf der ganzen Welt. Mittlerweile kennt er sich gut aus auf den Tanzboden der Welt.  Herr Schmidt kann sich gut verständigen und übt einen offenen Kontakt zu Menschen, denen er begegnet. Tägliche Gespräche mit seinen ausländischen Kollegen sind für ihn selbstverständlich. Zu seinen Freunden und Mitarbeiter sagt er: Wenn man sich um „Toleranz“ bemüht, gibt es keine Probleme und es finden sich immer Gemeinsamkeiten und Lösungen. Insgesamt fühlt er sich im Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen sicher. „No problems“ lautet seine Devise.

Prüfen Sie sich selbst:

Wenn Sie oft betonen, nur Sie können das „richtig“ beurteilen,

Wenn Sie aus purer Höflichkeit offen gegenüber Kulturfremdes stehen und sagen: Toll, wieder was Neues gelernt,

Wenn Sie meinen, die Menschen müssen sich an die andere Kultur anpassen,

Wenn Sie finden Glaubensrichtungen und fremde Religionen sollten in den Herkunftsland praktiziert werden oder so, dass es nicht stört und niemand sieht,

dann  könnten Sie ein heimlicher Kultur-Egoist sein. 

Sie sehen Gleichartigkeit zwischen der eigenen und anderen Kulturen und bewerten Unterschiede als belanglos. Sie verstehen Fremdkulturen, beurteilen jedoch von Ihren eigenen Kulturstandpunkt. Das wirkt offen, jedoch in Ihren inneren bestimmen Sie die Richtung.


Was sagt die Wissenschaft? 
Gemäß Bennett (2004) durchläuft ein Mensch verschiedene Phasen zur Entwicklung der interkulturellen Kompetenz.

Der heimliche Kultur-Egoist befindet sich in  Phase 3, die als „Minimierung“ bezeichnet wird. Diese Entwicklung wird als Übergang von einer negativen zu einer positiv geprägten Form der ethnozentrischen Sichtweise betrachtet, wobei in der Wahrnehmung kultureller Unterschiede „minimiert“ werden. Diese Menschen stellen oftmals eine Ähnlichkeit zwischen der eigenen und anderen Kulturen fest und trivialisieren hingegen die Unterschiede. Es wird davon ausgegangen, dass das eigene kulturelle Weltbild oft universal ist und kulturtypische Aspekte auf alle anderen Kulturen übertragbar sind.

In der „Minimierungsphase“ wird die These vertreten, dass alle gleich sein wollen, wie wir selbst. Im Mittelpunkt befindet sich die eigene Kultur. Hier fehlt das Bewusstsein über die eigene Kultur. Erst wenn die Basis oder Wurzeln der Kultur verstanden werden, ist es einem Menschen möglich, sich andere alternative Kulturen und Weltbilder dazu vorzustellen. Hierzu muss verstanden werden, dass alle kulturellen Muster wie beispielsweise die Denk- und Verhaltensweisen vorhanden sind.



Ich empfehle Ihnen:

Gehen Sie den dritten Weg und beschäftigen Sie sich mir Ihrer eigenen Kultur und reflektieren Sie diese.

Banalisieren Sie nicht die Unterschiede, sondern erkennen Sie diese an. Das kann geschehen, indem Sie nicht Ihr kulturelles Denken als Maßstab der Dinge machen.
Gehen Sie folgende Schritte auf Ihren persönlichen Weg.

Wechseln Sie die Perspektive
Üben Sie den Perspektivwechsel. Versetzen Sie sich in die Situationen Ihres Gegenübers. Schauen Sie sich genau in „seinen Leben“ um. Wie sehen die Lebensbedingungen aus? Welche Rolle spielt die Familie in seinen Leben? Welcher Glauben trägt ihn? Überlegen Sie, wie Sie in dieser oder jenen Situation reagieren. Wenn Ihnen das gelingt, ohne den ständigen Vergleich zu eigenen Kultur zu ziehen, dann sind Sie auf den richtigen Weg.

Eigene kulturelle Wurzeln finden
Beschäftigen Sie sich mit Ihren eigenen kulturellen Wurzeln. Mit welchen Werten, Normen und Glaubenssätze sind Sie aufgewachsen? Welche Auswirkungen hat das Klima auf Ihr Leben oder das Ihrer Familie. Welche vorherrschende Religion bestimmt das Leben Ihres Landes? Wie sieht der technische Entwicklungsstand aus und wie bestimmt er das gesellschaftliche Leben. Überprüfen Sie eigene Gedanken und reflektieren Sie.

Situationen reflektieren
Rechnen Sie mit Unterschiede und kalkulieren Sie diese ein. Denken Sie nach bestimmten Situationen darüber nach, warum und weshalb dieses oder jenes Verhalten vorherrschte. Hinterfragen Sie, wenn Sie nicht weiterkommen.

Unterschiede entdecken
Oft sind diese im Vergleich zu erkennen, wie beispielsweise bei der Art der Speisen und der dazu gehörigen Rituale. Aber  manchmal klein und unsichtbar und oftmals mit bloßen Augen nicht zu erkennen. Genau diese Differenzen gilt es für Sie zu verstehen und zu tolerieren.

Danach können Sie sich auf den 4. Weg zur Interkulturellen Kompetenz begeben.
Weg 1 zur interkulturellen Kompetenz und Vernetzung
Weg 2 zur interkulturellen Kompetenz und Vernetzung
Weg 4 zur interkulturellen Kompetenz und Vernetzung
Weg 5 zur Interkulturellen Kompetenz und Vernetzung

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Achte darauf worüber du nachdenkst, denn es beeinflusst dein Wohlergehen. Schlechte Gedanken verpesten das Leben. Sie erzeugen, dass du unzu...