Posts mit dem Label Vielfalt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Vielfalt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 7. November 2017

Donnerstag, 15. September 2016

Interkulturelle Kompetenz: Wie Sie mit eigenen und fremden Vorurteilen umgehen können!



 „Vorurteile sind absoluter Blödsinn, denn sie stimmen nicht!“

Genau das sagt meine Mutter. Im nächsten Moment erzählt sie mir: 

"Du, die Nachbarin hat seit gestern ein neues schickes Auto. Sie hat bestimmt von ihrem Ex eine Menge Geld verlangt. Früher konnte sie sich das nicht leisten." 

Auf den ersten Blick erlebe ich Interesse an der Nachbarin. Auf den zweiten Blick erkenne ich eine klassische Unterstellung, eine bloße Vermutung und eine urteilende Einschätzung. Dieses „darüber sprechen“ wird zur Wirklichkeit gemacht. Die Folge davon ist, dass sich eine klassische VOR-Verurteilung ohne jegliche Beweise entwickelt. Und – Zack! – da haben wir unser Vorurteil. 

Und jetzt kommt es: Würde ich genau die Worte meiner Mutter weitergeben, vervielfältige ich. Das kann in der Kaffeerunde, beim Pausengespräch oder mit einem Post bei Facebook geschehen. Das Gerücht wird somit verstärkt und für wahr angesehen. Andere erzählen und spekulieren weiter.

Übertragen auf die internationale Bühne entstehen dann solche Vorurteile wie

v Deutsche sind pünktlich und trinken Bier zum Frühstück 
v Asiaten lächeln immer und essen rohen Fisch 
v Franzosen trinken Wein und diskutieren viel 
v Afrikaner kommen immer zu spät und haben viele Brüder 
v arabische Frauen tragen Kopftücher 
v Russen trinken Wodka und sind kalt
v Amerikaner können nur smalltalken und Hamburger essen.

Ihnen fällt bestimmt noch mehr dazu ein.


Ob ein VOR-Urteil wahr oder eine Lüge ist, hängt von den überprüften Tatsachen ab.

Dazu habe ich drei Empfehlungen, wie sie das tun können.  

1. Vorurteile kontrollieren 

Wenn Sie das nächste Mal ein Gerücht hören, dann glauben Sie nicht, sondern kontrollieren Sie. Nehmen Sie es nicht als das Nonplusultra an. Bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil. 

Beispiel: Sie können den japanischen Touristen fragen, ob er immer lächelt. Erkunden Sie, ob ihr französischer Verkäufer tatsächlich dreimal täglich wie Medikamente Wein trinkt. Erforschen Sie bei den afrikanischen Nachbarn, wie er es mit der Pünktlichkeit hält. So erhalten Sie ein authentisches Urteil. 


2. Überprüfen Sie die Quelle des Vorurteils

Nicht jeder Fernsehbericht, Film, Zeitungsartikel, Blogtext kann für bare Münze genommen werden. Es schleichen sich Fehler in Beiträgen ein oder ein einseitiger Blick verhindert Klarheit und die umfassende Behandlung des Themas. Filme haben ein Drehbuch und entsprechen nicht den wahren Tatsachen. Ebenso können neidische Nachbarn oder unerfahrene Kollegen lediglich ihre Sichtweise von Situationen erzählen und darstellen. 


3. Vorsicht vor Verallgemeinerungen 
Jawohl, wir hören ein spektakuläres Ereignis und erleben unter ähnlichen Umständen Gleiches und schon erzählen wir Gesehenes weiter und verallgemeinern dabei sehr gern. 

Kommt zweimal der afrikanische Kollege zu spät, so verspätet er sich „immer“ und natürlich ist klar, dass „alle Afrikaner“ genauso handeln. 

Zwei Punkte:

1.    Vorurteile sind kein Blödsinn. Sie können auf eine Anzahl von  Menschen zutreffen.
2.    Vorurteile können vollkommen falsch sein, wenn sie in einem anderen Zusammenhang wiedergegeben werden.

Entscheidend ist der sensible Umgang mit ihnen und den betreffenden Personen.
Ich bin Deutsche und mein „German-Breakfast“ besteht nicht aus Bier und Bratwurst. Mit der Pünktlichkeit halte ich es dem Anlass entsprechend, jedoch sind einige meiner deutschen Freunde sehr oft unpünktlich. 


Achtsamer Umgang mit Vorurteilen – Die Busfahrt von München nach Berlin  


Eine internationale Reisegesellschaft befand sich auf einer Reise von Berlin nach München. Der  Bus stoppte wegen eines Motorschadens. Es qualmte und stank furchtbar im Bus. 

Der Fahrer forderte die Passagiere auf, den Bus zu verlassen und weiter zu Fuß zum nächsten Ort zu laufen. 

Nach fünfzehn Minuten wandte sich der Zweitfahrer an den Busfahrer und meldete: ”Keiner ist bereit zu laufen. Was sollen wir tun?" 

Da unterbrach der Fahrer die Reparatur und ging selbst.  Nach weiteren zehn Minuten liefen alle los.

"Wie haben Sie das denn bloß gemacht?", fragte der Zweitfahrer erstaunt.
"Ganz einfach, mein Lieber", sagt der Busfahrer, 

"den Engländern habe ich gesagt, es sei unsportlich, nicht zu laufen, 

den Franzosen, es sei schick, 

den Deutschen, dies sei ein Befehl, 

den Japanern, es sei gut für die Potenz, 

den Amerikanern, sie seien versichert, 

und den Italienern, zu laufen sei verboten."

Der Busfahrer zeigt interkulturelle Kompetenz, indem er Vorurteile nutzt, um Menschen für einen guten Zweck zu motivieren. 

FAZIT: Vorurteile gab es immer und wird es immer geben. Sie können mit Bedacht berücksichtigt werden. Vorsicht, wenn eine Beurteilung verallgemeinert und danach vervielfältigt wird. 
Wir können vielen Menschen Unrecht tun und  Gefühle verletzen. 

Hat Ihnen  dieser Beitrag gefallen? Hier gibt es noch mehr:

Die Formel für mehr interkulturelle Kompetenz
Warum Sie Ihre eigenen Werte und die von Fremden kennen sollten?
Brauche ich interkulturelle Kompetenz und was hat das mit mir zu tun?



Donnerstag, 21. Juli 2016

Interkulturelle Kompetenz: Wie gehen Sie mit Pünktlichkeit um?


WER BESTIMMT ÜBER UNSERE PÜNKTLICHKEIT UND WARUM IST DAS SO?
Zum gemeinsamen familiären Abendessen Punkt 18:00 Uhr gehörte es sich in meiner Familie, rechtzeitig da zu sein. Zuspätkommen wurde durch ermahnende Worte abgestraft.
„Das Zusammenleben klappt nur durch Pünktlichkeit“, schimpfte mein Vater, wenn sich das Abendessen hinauszögerte. Dann fügte er hinzu: „Wenn das in der Familie, im Kleinen misslingt, wird es niemals im Großen, der gesamten Gesellschaft, gelingen. Gewöhnt euch daran!“
Mittlerweile habe ich drei Pünktlichkeitstypen in meinen Leben kennengelernt:
Die Ersten: Sie kommen 15 Minuten oder eine Stunde später und finden das normal, denn für sie ist Pünktlichkeit eine Orientierung.
Die Zweiten: Sie kommen immer auf den Punkt genau oder ein paar winzige Minuten zu spät und erklären mir: „Das nächste Mal bin ich rechtzeitig da.“ Das Ziel ist Pünktlichkeit.
Die Dritten: Sie sind 15 Minuten vor dem Termin da. Einige kommen 30 Minuten vor Tagungsbeginn. Die Rechtzeitigen kommen stets überpünktlich.
PÜNKTLICHKEIT HEISST:
  • rechtzeitig zum Abendessen zu sein
  • pünktlich sollten Kinder zum Stundenbeginn in der Schule sein
  • zum gesetzlich festgelegten Termin muss die Steuererklärung vorliegen
  • möglichst kurz vor dem Arbeitsbeginn in der Firma sein
  • pünktlich die Rechnung bezahlen.
Ja, ganz viele Menschen betonen, dass sich hinter Pünktlichkeit ein wichtiger Wert verbirgt, der sowohl erwartet wird als auch zur Orientierung dient. Wie ein Zwillingspaar gehören zur Pünktlichkeit Normen also Handlungsgebote oder Verbote.
Das geschieht durch Mitarbeitergespräche, Elterngespräche, eine Aufforderung vom Finanzamt, Arbeitsanweisungen oder Ermahnungen.
Die Normen für die Pünktlichkeit sind streng verbindlich und deren Nichteinhaltung wird sanktioniert.
Die Pünktlichkeit kann entscheiden, ob Fremde die „deutsche Kultur“ akzeptieren oder nicht.
Und machen wir uns nichts vor: Viele Deutsche haben es auch mit der Pünktlichkeit nicht so. Die obligatorischen fünfzehn Minuten werden akzeptiert, während drei Stunden Verspätung unverständlich und ärgerlich sind.

WARUM GIBT ES UNPÜNKTLICHKEIT?

Ich gebe zu, es ist einfach ungerecht,
  • wenn bei einer Besprechung die pünktlichen Teilnehmer auf die unpünktlichen warten müssen.
  • wenn Wartende die Mitteilung aus dem Lautsprecher erhalten: „Der ICE hat ca. 1 Stunde Verspätung. Wir danken für ihr Verständnis.“
  • wenn die Musiker den Konzertbeginn hinauszögern.
Unpünktlichkeit hat verschiedene Ursachen: Es kann sein, dass ich schlecht geplant habe. Ich bin zu spät von zu Hause losgefahren. Oder eine unerwartete Situation war an der Verzögerung schuld. Das kann ein Stau, ein Gespräch mit der Nachbarin oder eine Havarie sein.

WAS VERSTEHEN KULTURFREMDE UNTER PÜNKTLICHKEIT?

„Egal, wann ich komme, die Hauptsache ich bin da. „Neun Uhr gehört zum Vormittag und wenn ich Elf Uhr da bin, reicht es“, erklärt mir der libanesische Familienvater. Durch meine Tätigkeit habe ich täglich Berührungen zu sehr vielen Menschen aus anderen Kulturen. Tatsache ist: die Pünktlichkeit wird hier anders verstanden:
  • Auf die Minute genau zu kommen, gibt es nicht.
  • In vielen öffentlichen oder medizinischen Einrichtungen kommt man am Vormittag oder am Nachmittag und wartet.
  • Der Begriff „Termin“ existiert in der Sprache nicht.
  • Eine oder zwei Stunden später zu einer Familienfeier zu kommen ist egal, das Essen steht auf dem Tisch und alle sind willkommen.
Im Allgemeinen gibt es flexiblere zeitliche Reglungen und Orientierungen. Das Zusammenleben funktioniert trotzdem in den jeweiligen Kulturen, da genau diese Werte und damit zusammenhängende Normen bekannt sind.

DER UMGANG MIT UNPÜNKTLICHKEIT IN ANDEREN KULTUREN 

Stellen Sie sich vor, Sie haben gerade einen Besprechungstermin und wollen kritische Punkte aus dem Weg räumen. Sie haben sich darauf ausgiebig vorbereitet, genau überlegt, was besprochen werden soll, und die Zeit geplant. Der Termin rückt heran und Sie sind etwas aufgeregt. Die Zeit vergeht und es wird immer später. Weder ein Anruf erreicht Sie noch liegt eine erklärende E-Mail in Ihrem Postfach. Zwei Stunden später öffnet sich die Tür, der afrikanische Mitarbeiter kommt lächelnd herein und fragt: „Wie geht es Ihnen?“
Merken Sie, wie das auf Sie wirkt. „Na, schönen Dank auch“, denken Sie doch. Die Gefühle drehen durch und es ist unangebracht, sie zu äußern. Vielleicht werden Sie ungeduldig und schimpfen. Viele erklären sehr laut und ausführlich, wie man sich verhält. Manche sind stinksauer und betrachten das Verhalten als einen Angriff auf ihre Person.
Welche Ursachen für Ihre Reaktionen gibt es? Hier treffen für Sie Normales auf Unnormales und unser Gehirn benötigt dafür Verarbeitungszeit. Deshalb reagiert es auf Unbekanntes stärker.
Hinter jeglichem Kontakt zu Menschen aus anderen Kulturen verbergen sich unterirdische, unsichtbare Werte. Sie regulieren Verhalten und geben Orientierung.
Punktgenaues spielt in einigen Kulturkreisen keine dominante Rolle. Es ist völlig ok, wenn ich mich verspäte und dies wird weder sanktioniert noch übel genommen. Es wird davon ausgegangen, dass es einen Grund hat und dieser wird akzeptiert. Auch wenn der Bus im afrikanischen Urlaubsort mit zwei Stunden Verspätung startet, gibt es eine uns unbekannte Begründung dafür.

WAS KÖNNEN SIE TUN?

Sie sollten akzeptieren, dass den Kulturfremden und deren Verhaltensweisen und Äußerungen andere Werte als die unseren zu Grunde liegen.
Zunehmendes Verständnis für Unpünktlichkeit könnte ich entwickeln, wenn mir die Ursachen bekannt sind.
Denn eines kann ich Ihnen sagen: Falls Sie häufig mit Kulturfremden zu tun haben, wird es immer so weiter gehen. Derartige Episoden hören nicht auf. Und es kommt der Punkt, an dem Sie lernen damit umzugehen und gelassen reagieren. Ja, es ist eben so. Und letztendlich ist jeder für sein Handeln verantwortlich.

DREI ORIENTIERUNGSPUNKTE 

  1. Jemanden zu bewerten hängt von Ihren eigenen gesellschaftlichen und familiären Werten ab und die Standpunkte sind verschieden.
  1. Von Land zu Land gibt es andere Normen als Handlungsgebote, die sich wiederum in andersartigen Regeln niederschlagen. Das sind oftmals immense Abweichungen.
  1. Vorsicht Falle: Kulturfremdes Verhalten nach den eigenen Kulturwerten zu beurteilen und zu vergleichen, geht schief.
FAZIT: Pünktlichkeit gehört zu den wichtigsten deutschen Werten und dahinter verbergen sich Regeln, Normen und Sanktionen. In vielen Ländern gehen die Menschen anders mit Ihrer Zeit und ihrem Zeitempfinden um.
Deshalb bitte ich Sie geduldig zu sein und ruhig zu erklären und gelassen zu reagieren. Denn letztendlich handelt jeder selbst und trägt auch die Konsequenzen dafür. Pünktlichkeit liegt im Blick des Betrachters.

Donnerstag, 5. Mai 2016

Interkulturelle Kompetenz: Wie unbekannte Speisen Sie verändern können – Vielfalt auf den Tellern

In meinem Artikel geht es darum, Ihnen fremde Gaumenfreuden, Nationalgerichte oder Lieblingsspeisen aus anderen Ländern schmackhaft zu machen. Gegrillte Klapperschlange oder Känguruhfleisch lehnen wir schnell als Unbekanntes ab und sagen: So was ist ungenießbar und unappetitlich. Zwei Auffassungen dazu habe ich festgestellt. Damit es nicht so theoretisch wird, gebe ich Ihnen auch noch vier verschiedene Rezepte an die Hand, um Neues kennenzulernen und vielleicht auch auszuprobieren. Diese Gerichte sind in ihren Herkunftsländern alltäglich und völlig normal. Allerdings stoßen Sie bei Kulturfremden auf Kostverächter, werden abgelehnt und erzeugen Ekel. Ergänzend erfahren Sie in drei Schritten, wie Sie Ihre inneren Barrieren überwinden können.

Essen gehört zur Interkulturellen Kompetenz

In meiner Kindheit war ein Sonntag ohne Thüringer Klöße kein Sonntag. Zu den berühmt-berüchtigten Thüringer Klößen gehörten entweder Rinderrouladen, Schweinebraten, Sauerbraten oder zu Feiertagen gebratene Ente. Doch bevor die leckeren Speisen auf dem sonntäglichen Mittagstisch landeten, schälten meine Mutter und ich bereits einen Tag zuvor einen großen Eimer Kartoffeln. Die geriebene, gepresste und gekochte Kloßmasse gefüllt mit in Butter gebratenen Semmelbröckchen ergänzten den schmackhaften Rotkohl und die leckeren Fleischgerichte. Wenn der Hunger meiner Brüder nicht so groß war, gab es einen Tag später in Butter gebratene Kloßscheiben mit der übrig gebliebenen Soße. Thüringer Klöße gehören zu meiner Kultur wie das Wasser in einen Bach. Jedes deutsche Bundesland protzt mit seinen Spezialitäten, und jedes Land auf der Erde besitzt sein eigenes kulinarisches Highlight.
Ja, auch Essen gehört zur interkulturellen Kompetenz, die es uns erleichtert, nicht voreingenommen zu sein.
In Australien gehört leckeres Känguruhfleisch zur nationalen Delikatessenauswahl. In China und den USA werden gegrillte Klapperschlangen als ein spezieller Schmaus bevorzugt. Gegrillte, gedämpfte oder gebackene Entenfüße finden wir in Asien, vor allem in China auf dem Speiseplan. Das variantenreich zubereitete Meerschweinchenfleisch finden Südamerikaner, Peruaner oder Kolumbianer sehr schmackhaft. Gegrillte oder gebratene Grashüpfer, Kakerlaken und Käfer stehen als asiatische und afrikanische Lieblingsspeisen ganz oben. Auf den Grill kommen in Asien und Afrika Skorpione. Ja, und in Deutschland gibt es Pferdefleisch oder Nutria als eine kulinarische Spezialität. All das schmeckt nicht jedem, bedeutet aber dennoch für viele einen Hochgenuss.
Ich kann gut verstehen, wenn Sie jetzt denken: So was esse ich nicht, das ist widerlich. Stimmt, schon allein der Gedanke an Insekten erzeugt auch in mir Übelkeit und Ekel. Natürlich können Sie die Speisen sofort ablehnen und ein für allemal sagen: So was esse ich niemals im Leben und aus!
Ja, und damit zeigt sich Ihre persönliche interkulturelle Kompetenz, und es stellt sich die Frage: Können Sie sich auf etwas Exotisches, Unbekanntes oder Neues einlassen? Dazu gehört natürlich Überwindung.

Zwei unterschiedliche Auffassungen

Da habe ich zwei verschiedene Auffassungen festgestellt.
  1. Es gibt Menschen, die Lust und Laune haben ein exotisches und unbekanntes Essen einmal zu probieren. Manchen läuft dabei sogar das Wasser im Mund zusammen. Manche neigen zu einem kulinarischen Abenteuer, ja, es erzeugt selbst Appetit und Neugierde.
  2. Es gibt Menschen, die unbekanntes Essen ablehnen. Sie haben ihren eigenen Speiseplan und halten sich daran. Speisen, die vermeintlich ungenießbar und ekelhaft erscheinen, gehören nicht dazu. Die angenommene Ungenießbarkeit verschließt den Magen und erzeugt Übelkeit.
Jedes Mal, wenn Sie etwas als „fremd“ bezeichnen, beinhaltet dies automatisch Ihre Aussage über das Eigene. „Das kenne ich nicht, es ist mir unbekannt.“
Seien Sie sich bewusst: Wenn Sie unbekannte Speisen als „fremd“ deklarieren oder benennen, offenbaren Sie gleichzeitig etwas über sich selbst und Ihre Beziehung zum „fremden Essen“ .
Wenn Sie zu der zweiten Gruppe gehören, dann brauchen Sie nicht weiterzulesen.
Gehören Sie jedoch zu den Abenteurern, habe ich hier vier Rezepte für Sie ausgewählt. Nun obliegt es Ihrem Einfallsreichtum, die entsprechenden Zutaten zu bekommen.

Vier Rezepte aus aller Welt

MEERSCHWEINCHEN (PERU)
Zutaten: 2 Meerschweinchen (ohne Fell, nicht, ausgenommen und gereinigt),12 Kartoffeln,100 g geröstete Erdnüsse, 100 g salzige Cracker, 300 ml Salsa-Sauce, 2 Knoblauchzehen, Salz, Fett zum Braten
Zubereitung: Bestreichen Sie die Meerschweinchen mit Salz. Zerdrücken Sie die Knoblauchzehen und geben Sie diese in 100 ml Salsa. Bestreichen Sie die Meerschweinchen ringsherum mit der Salsa.
Braten Sie die Meerschweinchen ähnlich wie Hühnerbrüste von beiden Seiten im heißen Fett. Die Zubereitungszeit kann bis zu 30 Min. betragen.
Kochen Sie zwischenzeitlich die Kartoffeln nach Ihrer bevorzugten Art (Salzkartoffeln, Pellkartoffeln).
Hacken Sie die Erdnüsse fein und rösten Sie diese dann kurz in einer Pfanne an. Geben Sie 100 ml Wasser und die restlichen 200 ml Salsa hinzu. Lösen Sie dann die Cracker in der Sauce auf. Die Sauce sollte nicht zu flüssig sein. Für den Fall, dass die Sauce jedoch zu dickflüssig wurde, geben Sie etwas Olivenöl hinzu. Würzen Sie ggf. mit Salz, Pfeffer und Tabasco nach.
Teilen Sie die Meerschweinchen jeweils in zwei Hälften und richten Sie diese mit den Kartoffeln und der Sauce an.
 KLAPPERSCHLANGE (CHINA)
Zutaten (4–6 Portionen):
Eine Klapperschlange, 250g Semmelbrösel, 2 Eier, 3 EL Zucker, 1–2 TL Knoblauchpulver, Butterschmalz oder Öl zum Frittieren, Salz, Pfeffer
Zubereitung: Enthäuten Sie eine Klapperschlange und entfernen Sie die Innereien.Scheiden Sie das Schlangenfleisch in gleichgroße Stücke. Mischen Sie aus den Semmelbröseln, den Eiern, dem Zucker, dem Knoblauchpulver, Salz und Pfeffer einen zähen Teig. Panieren Sie die Schlangenstücke in dem Teig. Erhitzen Sie das Fett in einer Pfanne oder einer Fritteuse und frittieren bzw. braten Sie die Schlangenstücke von allen Seiten, bis sie goldgelb sind.
PFERDESTEAK (DEUTSCHLAND)
Zutaten (4 Portionen): 4 Pferdesteaks (á ca. 200 g),1 rote Paprika,1 grüne Paprika, 200 ml Chili-Sauce, 5 Backpflaumen, 1 Apfel, 1 Dose Mais, Knoblauch, Öl, Salz, Pfeffer
Zubereitung: Bestreichen Sie die Pferdesteaks mit dem Öl, würzen Sie mit Salz, Pfeffer und Knoblauch. Braten Sie das Fleisch nun von jeder Seite ca. 5 Minuten und geben Sie danach die Sauce darüber.
Sauce: Schälen und entkernen Sie die Äpfel und hacken Sie diese in feine Würfel. Lassen Sie den Mais abtropfen, und waschen, halbieren und entkernen Sie die Paprikaschoten. Scheiden Sie die Schoten dann ebenfalls in kleine Stücke. Dünsten Sie alles mit Wasser ca. 8 Minuten in einem Topf.
Waschen Sie die Pflaumen, hacken Sie diese fein und geben Sie sie mit dem abgetropften, gedünsteten Gemüse zur Chili-Sauce. Erhitzen Sie alles.
KÄNGURU-FILET (AUSTRALIEN)
Zutaten (4 Portionen): 500g Känguru-Filet, 3 EL Öl, 250 ml Sahne, 3 EL gehackte Schalotten, 2 EL Dijonsenf, 2 EL Butter, Salz
 Zubereitung: Die Schalotten in etwas Butter ausschwitzen. Den Senf und die Sahne hinzugeben und kurz köcheln lassen. Soße mit Salz abschmecken. Das Öl in einer Pfanne erhitzen. Das Filet auf beiden Seiten kurz anbraten und für 2 Minuten warm stellen. Schließlich das Fleisch aufschneiden und mit der heißen Soße servieren.

Überwinden der Barrieren in drei Schritten

Ergänzend erfahren Sie in drei Schritten, wie Sie Ihre inneren Barrieren überwinden können.
Erster Schritt: Nicht gleich ablehnen, seien Sie offen. Das fällt erst mal schwer. Denn ganz schnell sagen wir: Was ich nicht kenne, esse ich nicht. Versuchen Sie, sich für Unbekanntes zu öffnen, in dem Sie sich damit befassen. Sie müssen ja nicht gleich Insekten essen.
Zweiter Schritt: Die Mutigen unter Ihnen, könne ein kleines Stück davon probieren. Da hilft es, nicht an die zubereiteten Tiere zu denken. Das ist natürlich unvorstellbar für Vegetarier oder Veganer sollten diesen Schritt bei den obigen Gerichten auslassen. Für Sie gibt es vergleichbare und unbekannte Köstlichkeiten ohne tierische Bestandteile.
Dritter Schritt: Erkundigen Sie sich nach der Herkunftsgeschichte der Speisen. Das können Sie mit per Internet tun. Noch besser wäre, wenn Sie mit Menschen aus den jeweiligen Regionen sprechen und konkret nachfragen. Woher kommen die Gerichte? Wie sind sie entstanden? Wann werden sie auf den Tisch gebracht? All das spielt eine große Rolle, um Verständnis zu entwickeln. So kann sich Unbekanntes in Bekanntes umwandeln.
Fazit: Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Kulturgrenzen finden wir auch auf dem Speiseplan, und das gehört zur interkulturellen Kompetenz. Manches mögen wir und anderes lehnen wir ab. Wir sollten uns die Chance geben, es auszuprobieren und nicht vorschnell zu urteilen. Erst danach können wir sagen, ich habe es gekostet und mir schmeckt es nicht, oder ich habe es probiert und es ist eine Köstlichkeit.

InspirationLeben - Sei im Kopf klar und achte auf deine Gedanken

Achte darauf worüber du nachdenkst, denn es beeinflusst dein Wohlergehen. Schlechte Gedanken verpesten das Leben. Sie erzeugen, dass du unzu...